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Es reicht! – bundesweiter Bildungstreik im Juni 2009 auch in Oldenburg

Bildungsmisere, PISA-Studie, zwölfjähriges Gymnasium, Eliteklassen, Leistungsdruck, perspektivlose Hauptschulen, überarbeitete LehrerInnen, demotivierte SchülerInnen u. StudentInnen, Studiengebühren und soziale Auslese,… – Schon wenn man die Artikel in den Zeitungen nur kurz überfliegt, wird einem klar, was gerade so los ist: Das Bildungsystem ist in einer Krise, alle beschweren sich und keiner weiß weiter.
Diejenigen, um die es die ganze Zeit eigentlich geht – nämlich wir – wollen deshalb mal einen kleinen Denkanstoß geben: Bundesweiter Bildungstreik im Juni 2009. Gründe gibt es genug.

Das Freie Bildungsforum Oldenburg hat auf der Vorbereitungskonferenz in Oldenburg am 02.05.2009 beschlossen, sich von den bundesweiten Forderungen etwas zu distanzieren, da es dem Freien Bildungsforum wichtiger ist, dass sich die Oldenburger SchülerInnen und StudentInnen mit den Forderungen identifizieren können. Dabei sind folgende lokale Forderungen entstanden, die in nächster Zeit hier auch näher erläutert werden sollen:

– kleinere Klassen

– G8 rückgängig machen

– überall neue Gesamtschulen ermöglichen und fördern

– individuelle Förderung auch im Sinne eines Lernens zur Entwicklung und nicht für die Wirtschaft

– Lehr- und Lehrnmittelfreiheit

– Abschaffung der Kopfnoten

– gegen Zentralisierung, für mehr Demokratie und Mitbestimmung in Schulen

– mehr Lehrkräfte

– für eine freie und inklusive Bildung gleich hoher Qualität für alle

Die Forderungen der Studierenden werden aus dem bundesweiten Forderungskatalog übernommen:

– Soziale Öffnung der Hochschulen

* den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
* die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
* die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
* die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!

– Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form

* die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
* das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
* die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
* die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!

– Demokratisierung des Bildungssystems

* den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
* die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
* die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!

– Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen

* die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
* die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
* die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
* die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
* die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!